Die politische Landschaft in Sachsen seit 1990

Die politische Landschaft in Sachsen seit 1990

Die politische Landschaft in Sachsen hat sich durch die Ereignisse der friedlichen Revolution und die deutsche Wiedervereinigung grundlegend verändert.
Als erstes der neuen Bundesländer hat sich der Freistaat Sachsen eine eigene Verfassung gegeben, die sich auf Grund ihrer Ursprünge in der friedlichen Revolution durch einige Besonderheiten auszeichnet.
Am 14. Oktober 1990 hatten die sächsischen Bürger erstmals die Gelegenheit, in freien Wahlen über die Zusammensetzung des Sächsischen Landtages zu entscheiden. Mittlerweile befindet sich diese Volksvertretung schon in ihrer fünften Wahlperiode und die Bürger konnten Erfahrungen mit unterschiedlich zusammengesetzten Staatsregierungen sammeln. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Vergangenheit hat sich dabei ein ganz eigener Umgang der Bürger mit Wahlen und Parteien entwickelt, der Wahlforscher und Prognostiker immer wieder vor neue Herausforderungen stellt.
Auf der Ebene des poliitschen Systems hat die deutsche Einheit zwar rein äußerlich zu einer Anpassung an die Strukturen und Mechanismen der westlichen Bundesländer stattgefunden. Ein genauerer Blick auf die politische Landschaft des Freistaates zeigt aber auch, dass sich Sachsen zu einem selbstbewussten und durchaus eigenwilligen Bundesland innerhalb des bundesdeutschen Föderalismus entwickelt hat, das sich seiner Traditionen und Besonderheiten sehr bewusst ist und diese auch pflegt.

Annette Rehfeld-Staudt